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… und genau das ist mein Problem, wenn, wie am kommenden Freitag Präsentationen und Vorträge anstehen. Denn seit einiger Zeit scheint denken und reden gleichzeitig bei mir nicht mehr zu funktionieren. Vortragssituationen erlebe ich wie einen Tunnel, in dem ich es gerade noch schaffe, die von mir minutiös vorbereitete Präsentation abzuspulen, ansonsten aber gar nicht wirklich da bin. Anstatt bei meinem Thema zu sein, stehe ich neben mir und brülle die ganze Zeit Scheiße, Scheiße, Scheiße! Es ist meine größte Angst, dass das irgendwann einmal laut passiert. Wie soll man sich da konzentrieren?

Ich weiß nicht, woher das kommt, es gab keine grandios schief gelaufene Präsentation in der Vergangenheit, die als traumatische Erfahrung herhalten könnte. Es ist eher so, dass ich noch nicht ganz mitgeschnitten habe, dass ich jetzt eben nicht mehr die Studentin bin, die Referate hält, sondern Elisabeth Michelbach, M.A., die tatsächlich an Tagungen eigeladen wird. Schon beim schreiben dieses Satzes wird’s mir flau im Magen.

Ich glaube es ist so: Die Angst kommt von der Angst: Es ist nicht der Vortrag an sich, der mir Angst macht, sondern die Angst davor, dass ich vor lauter Angst eben wieder im Tunnel bin und nicht normal und klar denken kann. Es ist die Angst vor einem Kontrollverlust durch die eigene Angst. Und ja, dieser Text ist durchaus der Versuch die Angst durch das bloße Benennen zu bannen. Denn das Problem ist ja: Die Vorträge werden nicht aufhören. Und in gewisser Weise sollen sie das ja auch nicht, denn ich hoffe ja schon immer mehr etwas zu sagen zu haben. Also einfach keine Angst mehr haben. Einfach nicht im Tunnel sein. Einfach an die Bäume draußen denken, die immer da sind, auch wenn ich verkacke. Und der Himmel. Und die nette Mensafrau. Einfach nicht so wichtig.

 

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